Gesellschaft

Reden wir einmal über die Samen in der Gesellschaft von Schweden und streifen vielleicht vorab jedoch noch eine wichtige Formalie: die Personennummer (personnummer). Es ist angebracht und notwendig, auf diese Nummer einzugehen. Sie wird überall benötigt und ist daher sehr wichtig.

 

Schweden bekommen ihre Personennummer unmittelbar mit der Geburt. Solch eine Nummer existiert auch in Norwegen. Ausländer, die nach Schweden einreisen, bekommen eine eigene Nummer, sobald sie sich in Schweden anmelden. Die Personennummer gilt in der schwedischen Gesellschaft ein Leben lang. Sie ändert sich nie. Auch der König hat eine. Ohne sie gibt es keinen Arbeitsplatz und kein Bankkonto, keinen Führerschein und keinen Mietvertrag, keinen Kredit und kein Telefon. Die rigorose Anwendung der Personennummer wird offiziell mit der relativ geringen Nachnamensvielfalt in der Gesellschaft von Schweden begründet, durch die es ohne Personennummer leicht zu Verwechslungen kommen könnte.


Die Samen in Schwedens Gesellschaft

Die Samen sind die einzige Urbevölkerung Europas, die alle Widrigkeiten der Natur und ihrer Obrigkeit überlebt hat. Insgesamt gibt es in der noch etwa 70 000 Samen, verteilt auf die Nordregionen in Norwegen (zirka 40.000), Finnland (ca. 6.000), Schweden (ca. 20.000) und Russland (ca. 2000). Genaue Statistiken zur Zahl der Samen in Europa existieren nicht, zumal unklar bleibt, wer sich überhaupt Same nennen darf. Die hier genannten Zahlen basieren auf einer Untersuchung aus dem Anfang der 70er Jahre. Wir kennen die Samen in Schwedens Gesellschaft hauptsächlich als Rentierzüchter und sehen sie als Nomaden ziehen.


Wer ist Same und wer nicht?

Als Samen gelten im Prinzip alle Menschen, die sich als Samen verstehen. Möchte man selektieren, so funktioniert das meistens über die Sprache. Die Samen in Schweden sind dann diejenigen, die Zuhause Samisch sprechen oder deren Eltern oder Großeltern Zuhause samisch sprechen oder zumindest gesprochen haben. Neben der Sprache spielen Erbe und das Milieu, in dem man in Schweden aufwächst, eine wichtige Rolle bei der Frage, ob man den Samen angehört oder nicht. Insgesamt 4.500 Samen sind als Rentierzüchter registriert. Wer sich registrieren möchte, muss in einem der 51 Samen-Dörfer (sameby) leben. Dies sind in Schweden Wirtschafts- und Verwaltungsvereinigungen, die per Gesetz in einem festgelegten Gebiet für die Rentierzucht zuständig sind. Auch Schweden können Rentiere besitzen, aber nur ein Same kann Rentierzüchter (renskötare) sein.


Lebensumstände

Die Rentiere bestimmen den Lebensrhythmus in der Gesellschaft der Samen. Im Sommer begleiten die Besitzer ihre Herden ins Gebirge (fjäll) und im Winter führen sie sie in die niedrigeren Regionen von Schweden bis hin zur Küste des Bottnischen Meerbusens. Im Prinzip läuft das alles mitunter immer noch so wie vor vielen Jahren. Unter den Samen in Schweden sind die Rentierzüchter allerdings inzwischen in der Minderheit. Viele Samen sind weitgehend sesshaft geworden. Wenn sie ihren Herden, dann meistens nicht mehr auf Skiern, sondern mit Schneemobilen oder Hubschraubern. Sie benutzen dabei GPS. Die Rentiere bilden weiterhin die wichtigste Wirtschaftsbasis der Samen in Schweden. Die Samen dürfen insgesamt höchsten 280 000 Tiere halten. Ihre Weidefläche umfasst etwa 40% der gesamten Landfläche von Schweden und die Südgrenze verläuft im Norden der Provinz Dalarna. Rund 15 Millionen Euro beträgt der Jahresumsatz der Rentierzüchter. Weitere wichtige Wirtschaftszweige der Samen in Schweden sind die Jagd, das gewerbliche Kunsthandwerk und der Tourismus.

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