Politik

Politik in Schweden ist die Politik einer Monarchie mit demokratischen Organen. Silvia heißt die Königin von Schweden. Seit 1976 hat die in Heidelberg geborene Deutsch-Brasilianerin den Posten als „Drottning av Sverige" inne. Ihr Mann, König Carl XVI. Gustaf, wurde 1946 geboren und ist seit 1973 Staatsoberhaupt. Beide lernten sich bei den Olympischen Spielen in München kennen, wo Silvia damals als Hostess gearbeitet hat.

 

Carl XVI. Gustav ist der sechzigste König im Politik-System von Schweden und der siebte König des Geschlechts Bernadotte, das aus Frankreich kam und dessen Regentschaft 1818 begann. Carl Gustaf und Silvia bekamen 1977 ihr erstes Kind Victoria. Das Mädchen erhielt  zunächst nur den Titel Prinzessin. Knapp ein Jahr später wurde ihr Bruder Carl Philip Kronprinz und blieb es bis 1980. Dann trat das neue Thronfolge-Gesetz in Schweden in Kraft, das auch in Schwedens Politik die kognastische Thronfolge einführte. Das bedeutet: Der Thronanspruch geht jeweils auf das erstgeborene Kind über. Victoria stieg damit zur Kronprinzessin auf. 1982 wurde schließlich Prinzessin Madeleine als drittes Kind der Königsfamilie in Schweden geboren.

 

Die königliche Familie und die Zeitungen

Immer wieder einmal ist die königliche Familie in Schweden in den Schlagzeilen. Sie war es beispielsweise, als die geplante Hochzeit von Victoria mit dem Fitnesstrainer Daniel Westling bekannt wurde. Man diskutierte etwa öffentlich, ob Daniel Westling aufgrund seines fehlenden Adelstitels standesgemäß sei und wer für die Kosten der Hochzeit aufzukommen habe: das Volk durch Steuergelder oder die Familie selbst mit  ihrem privaten Vermögen und der jährlichen Apanage.

 

Die Königsfamilie - wenig staatliche Funktionen und doch mächtig

Obwohl mit der Verfassungsreform 1975 der König die meisten seiner staatlichen Funktionen in der Politik in Schweden an das Parlament (Riksdag, Reichstag) oder den Parlamentspräsidenten (Talman, Sprecher) abtreten musste, werden König, Königin und Kronprinzessin weiterhin zu den einflussreichsten Menschen in der Politik in Schweden gerechnet. Die Familie ist sehr beliebt. Das sicherste Mittel, eine Parlamentswahl in Schweden zu verlieren, wäre, sich die Forderung nach Einführung einer Republik auf die Wahlkampffahnen zu schreiben und diese Forderung auch vehement zu vertreten. Die Mitglieder der königlichen Familie sind bei Wahlen in der Politik des Landes übrigens stimmberechtigt, machen jedoch keinen Gebrauch von ihrem Stimmrecht.

 

Parteienlandschaft und Regierungen in der Politik von Schweden

Laut Verfassung geht in der Politik von Schweden „alle Staatsgewalt vom Volk aus". Das Volk wird im Politik-Gefüge des Landes von den 349 Abgeordneten (ledamöter) des Parlaments (riksdag) vertreten. Die Legislaturperiode in der schwedischen Politik beträgt vier Jahre und Parlamentswahlen finden traditionsgemäß gemeinsam mit den Kommunal- und den Provinzwahlen am zweiten Sonntag im September statt. Es hieß lange Zeit, dass die Schweden als Wähler so konservativ sind, dass sie immer sozialdemokratisch wählen. Seit 1936 gab es bis zum Jahr 2006 tatsächlich lediglich zwei Ausnahmen. Bürgerliche Koalitionsregierungen saßen von 1976 bis 1982 sowie von 1991 bis 1994 am Ruder. In den anderen Zeiten waren die Sozialdemokraten (socialdemokratiska arbetarpartiet, Parteiabkürzung s) an der Macht. Sie waren dabei allerdings fast immer auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen, überließen denen jedoch keine Ministerplätze. Zuletzt waren die Linkspartei (vänsterpartiet, v) und die Grünen (miljöpartiet - de gröna, mp) Unterstützer der Politik schwedischer Sozialdemokraten. Im Oktober 2006 übernahm eine Koalition (Allians för Sverige,  Allianz für Schweden) aus der konservativen Sammlungspartei (moderata samlingspartiet, m), der Zentrumspartei (centrum, c, die frühere Bauernpartei), der liberalen Volkspartei (folkpartiet, fp) und den Christdemokraten (kristdemokraterna, kd) in Schweden die Macht.

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