Steuern
Als Land mit paradiesisch niedrigen Steuern ist Schweden wohl nur bei den wenigsten Menschen angesehen. Im Gegenteil: Schweden hat sich - gefolgt von Dänemark - weltweit einen Namen als Höchststeuerland gemacht. Viele Bürger murren zwar, aber die Regierungen sehen sich nie heftigen oder gar gewaltsamen Protesten ausgesetzt. Die Politiker fanden mit ihrem Argument für hohe Steuern Gehör und die Schweden wussten letztlich, dass das soziale Sicherheitsnetz mit einer über Jahrzehnte reichenden großzügigen Versorgung viel Geld kostet. Sie akzeptierten das.
In der ersten Hälfte der neunziger Jahre zeigte es sich jedoch, dass dieses System trotz hoher Steuern für Schweden in diesem Umfang, nicht mehr finanzierbar war. Seitdem ist es stark eingeschränkt worden, Kritiker sprechen von einer Demontage. Immer mehr Lasten wurden auf den Bürger übertragen, was nur in bescheidenem Umfang durch gesenkte Steuern kompensiert wurde.
Die Steuern und das Bruttonationalprodukt
Die Spitzenposition als Weltmeister der Eintreiber hoher Steuern bleibt unangefochten bei den Schweden und steht keinem anderen Land zu. Der Anteil der Steuern am Bruttonationalprodukt (BNP), liegt bei über 50%. Im Jahre 1975 waren es in Schweden noch „nur" 42%. In Deutschland ging der Anteil im besagten Zeitraum von 35,3% auf 34,7% zurück. Neben der Einkommensteuer zählt die Mehrwertsteuer, „mervärdeskatt (moms)" in Schweden zu den wichtigen Steuern des Staates. Sie beträgt wie in Dänemark 25%. Ausnahmen gibt es für Lebensmittel und Hotelgewerbe (12%) sowie für Zeitungen, Bücher, Zeitschriften, Kultur- und Sportveranstaltungen und für Personentransporte (6%).
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